Stadtgeschichte

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Neukloster - das Ursprüngliche ist das Besondere

Die mehr als 780 Jahre alte Kleinstadt Neukloster zählt zu den touristischen Geheimtipps zwischen Ostsee und Mecklenburger Seenplatte.
Sie liegt im Osten des Landkreises Nordwestmecklenburg, etwa 16 km von Wismar entfernt.

Es war

Im Jahre 1219 entstand hier das Benediktiner Frauenkloster St. Maria im Sonnenkamp, das aus dem umkämpften Parchow bei Neubukow in den Schutz der deutschen Burg Kussin verlegt wurde. Erste urkundliche Erwähnung fand das gleichnamige Dorf Kussin (Kuczin), das wie die Burg im Zentrum der heutigen Ortslage Neuklosters vermutet wird, bereits 1170. Die Burg verfiel vollständig.
Das Kloster entwickelte sich zu einem wichtigen kulturellen Zentrum.  Es erhielt vom Fürsten Borwin I. schon mit der Gründung eine Reihe von Dörfern und wirtschaftliche Rechte. 1362 hatte das Kloster mit 30 Dörfern, 4 Wirtschaftshöfen und 16 Mühlen seinen größten Besitzstand erreicht. Es wurde 1555 aufgelöst. Der Besitz fiel an den Landesherren Ulrich von Mecklenburg.
Das Propsteigebäude wurde danach mit fremdherrschaftlicher Unterbrechung Sitz des fürstlichen Amthauptmannes bis zu seiner Verlegung nach Warin im Jahre 1829. Danach blieb der ehemalige Klosterhof, Pachthof und nach seiner Auflösung von 1911 bis 1957 Forsthof.
Der Glockenturm brannte 1989 aus und wurde 1999 wieder gänzlich hergestellt.
Als der Dreißigjährige Krieg, der auch in unserem Landstrich Not und Verwüstung brachte, mit dem Westfälischen Frieden 1648 endlich ein Ende fand, kam Neukloster zusammen mit Wismar und der Insel Poel an Schweden. In Neukloster wurde das königlich schwedische Amtsgericht eingerichtet.
Die Schwedenzeit war von häufigen Kriegen und mehrmaligen Verpfändungen gekennzeichnet, so dass die Einwohner des Amtes - weniger die Schweden selbst - als vielmehr die Pfandinhaber ertragen mussten. Zur Einlösung der Pfande erlitten Wald und Flur mehrmals mit dem Abholzen insbesondere alter wertvoller Eichen unermessliche Schäden. Die letzte Verpfändung erfolgte 1803 für 100 Jahre an das Land Mecklenburg. Damit kam das Amt zu Mecklenburg und blieb dort, da das Pfand 1903 nicht mehr eingelöst wurde. An diese Ereignisse erinnert die 1903 im Zentrum Neuklosters gepflanzte Schwedeneiche und ein Gedenkstein.
Nach 1803 gestaltete sich der Frieden dauerhafter. Die Aufhebung der Leibeigenschaft erleichterte den Zuzug nach Neukloster und mit dem Ansiedeln der Büdner an mehreren Straßen stieg die Einwohnerzahl sprunghaft. Die 1650 eröffnete Küsterschule erhielt 1830 ein eigenständiges Gebäude im Eichholz. Daneben entwickelten sich in dem Flecken Handwerk und Gewerbe. Die alte Ortslage erhielt in der Gründerzeit mit vielen neuen Gebäuden einen sehr schönen kleinstädtischen Charakter. 1887 bekam Neukloster an der Nebenstrecke Wismar-Karow Bahnanschluß.
Den entscheidenden Anstoß zu seiner Bedeutung über sein Umland hinaus erhielt Neukloster 1862, als das Lehrerseminar von Ludwigslust hierher verlegt und zwei Jahre später die Landesblindenanstalt gegründet wurde. 1876 erhielt die Lehrerbildungsanstalt eine der ersten Turnhallen Mecklenburgs und 1904 die Erweiterung durch das Aulagebäude (heute Gymnasium).
Die Verwaltungsreform von 1921 bildete mit der Auflösung der vorhandenen Ämter erstmalig Kreise. Neukloster kam an den Kreis Wismar. 1938 erhielt Neukloster Stadtrecht.

Während des Krieges und Nachkrieges strömten viele Vertriebene der verlorenen deutschen Ostgebiete nach Neukloster und den ländlichen Einzugsbereich, was eine Verdopplung der Einwohner von 2500 auf 4500 zur Folge hatte. Die Nachkriegsjahre waren von großer Not geprägt.
1947 wurde das Lehrerbildungsinstitut gegründet, 1953 wurde die Blindenschule nach Königswusterhausen verlegt, die Gebäude der Sehschwachenschule und weitere Werkstätten wurden als Rehabilitationszentrum für Blinde ausgebaut.
Im Interesse einer besseren Zentralisierung löste die Regierung der 1949 im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone gegründeten DDR die Länder auf und bildete kleinere Bezirke. Der Kreis Wismar kam zu Rostock. Damit brachen erneut die Beziehungen von Neukloster zu Schwerin sowie zu den Nachbarstädten Warin und Bützow ab.
Von 1952 bis 1960 wurden unter staatlichem Druck nach sowjetischem Vorbild landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften gebildet, die sich in der Folgezeit mit immer größeren Stallkomplexen weiter konzentrierten und spezialisierten. Damit verschwanden die Tiere aus den Grundstücken und dem Straßenbild der Ortslage.
Die gewachsene Bevölkerungszahl verlangte Wohnungen. Sie entstanden bis 1990 in der Siedlung nördlich der Bützower Straße, in den Bereichen der Berg- und Feldstraße sowie am Sonnenberg.
In der Zeit des Nachkriegs und der DDR entstanden in Neukloster 1948 ein Altersheim, 1951 die Bibliothek und das Waldstadion, 1957 vorschulische Kindertagesstätten im Propsteigebäude, 1960 ein festes Kino (bis 1992), 1963 der Zeltplatz am See, 1966 das polytechnische Bildungszentrum in der ehemaligen Gasanstalt (bis 1991), 1967 die katholische Kirche, 1977 der erste großflächige Markt im Stadtzentrum, 1986 eine weitere allgemeinbildende Schule mit einer Turnhalle.